Geta Schuhe

by Elke on 8. Juni 2010

in Schuhe

GetaGeta Schuhe – die traditionellen japanischen Holzsandalen: Wie die Europäer im Mittelalter hatten auch die Japaner in den schmutzigen Gassen der Städte früher mit dem Problem zu kämpfen, sich die Schuhe und Füße sauber zu halten. So entwickelten sie eine Sandale mit vorne und hinten erhöhenden Holzkeilen, ähnlich der hierzulande gebrauchten Trippen. Geta, die traditionellen Holzsandalen in nahezu quadratischer Form, werden jedoch immer mit einem Zehentrenner gearbeitet: durch ein Loch neben dem großen Zeh und zwei Löcher in der hinteren Sohle geben gespannte Schnüre aus Textilmaterial dem Fuß Halt. Die ältesten Modelle stammen bereits aus der Heian-Ära, die im ausgehenden 8. Jahrhundert  begann. In vielen Formen haben sich die Geta in den kommenden Jahrhunderten in allen Bevölkerungsschichten durchgesetzt und wurden oftmals zum Zeichen des sozialen Status ihres Trägers. Ob Gymnasiasten oder Geishas in verschiedenen Phasen der Ausbildung- fast jede Gruppe war an ihrem spezifischen Geta-Modell zu erkennen. Auch eine Luxusausführung mit Lederriemen verbreitete sich in hohen Adelskreisen bereits im Mittelalter.
Noch heute werden manche Formen der Geta zum traditionellen Kimono oder Yukata getragen und sind in klassischen japanischen Sportarten gelegentlich zu sehen. Da es sich auf ihnen allerdings nur mit gutem Gleichgewichtsinn komfortabel laufen lässt und sie für schnelle Bewegungen weniger geeignet sind, haben sie sich in der modernen Alltagsmode nie einen Platz erobern können. Dafür spricht ihr origineller modischer Charme zusammen mit dem beliebten Klackern seit einigen Jahren auch die Fashionistas in der westlichen Welt an, neben Zehenstegsandalen aus Reisstroh sind in vielen Asia-Läden inzwischen auch fantasievoll verzierte Holzmodelle erhältlich. Da die modernen Ableger der Geta auf die klobigen Absätze verzichten und stattdessen nur mit einer dickeren durchgängigen Holzsohle gearbeitet sind, sind sie recht bequem zu tragen, sofern die Riemen aus fußfreundlichem Material bestehen, richtig sitzen und möglichst voluminös sind, so dass sie nicht einschneiden können. Holz absorbiert im Sommer ideal die Fußwärme und zeichnet sich ohne chemische Behandlung außerdem durch beste Hautverträglichkeit aus. Andererseits erlaubt der ungefederte harte Aufprall des Fußes nur sanfte Bewegungen und keine sportlichen Höchstleistungen. Wer die trendigen Holzsandalen aber nicht dauernd trägt, sondern sie als modisches Trainingsgerät immer nur für einige Stunden einsetzt, tut Muskulatur und Wirbelsäule noch etwas Gutes.

Bild: Haragayato/Wikipedia.org

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