Kinderschuhe – die richtige Passform

by Elke on 23. April 2010

in Schuhe Ratgeber

KinderschuheDass zu kleine Schuhe Verkrümmungen der Zehen und in der Folge schwere Haltungs- und Gelenkschäden hervorrufen können, ist allen Eltern seit langem bewusst. Trotzdem zeigen Untersuchungen der letzten Jahre, dass noch immer viele Kinderfüße in deutlich zu kurzen und zu engen Schuhen stecken. So stellte etwa eine Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2009 fest, dass nur etwa 30 % der 858 untersuchten Kinder im Kindergartenalter die passenden Straßenschuhe trugen. Bei den Hausschuhen sah es noch schlimmer aus, nur 12 % hatten in der Wohnung Schuhe mit ausreichendem Spielraum an. Ähnlich alarmierende Ergebnisse hatten zuvor bereits Untersuchungen der Betriebskrankenkassen gezeigt.
Aber was macht die Auswahl des richtigen Kinderschuhs eigentlich so schwierig?
Zunächst haben Kinder selbst in einem Alter, in dem sie sich schon äußern können, noch kein ausgeprägtes Schmerzempfinden in diesem Bereich, ihre Füße sind insgesamt noch biegsamer und weicher als im Erwachsenenalter. Auch der beliebte Test mit dem Daumendruck auf die Vorderkappe um zu fühlen, wie viel Luft der Schuh hat, funktioniert nicht immer, denn ein Kind zieht meist instinktiv die Zehen ein. Da es bis jetzt innerhalb der EU an einheitlichen Bestimmungen über eine Größennorm fehlt, muss auf die ausgewiesene Schuhgröße auch kein Verlass sein. Zwar sollte nach der traditionellen Maßeinheit, dem Pariser Stich, die Größe multipliziert mit 6,6 mm immer die Leistenlänge ergeben, aber diese Norm wird nicht übergeprüft und von kaum einem Schuh erfüllt.
Nachdem die seit den 60er Jahren in Schuhläden verbreiteten Pedoskope, die mithilfe von Röntgenstrahlen die optimale Passform ermittelten, aufgrund ihrer gesundheitsbelastenden Strahlung aus dem Verkehr gezogen wurden, ist noch kein vergleichbares Messgerät als Ersatz gefunden worden. Inzwischen gibt es zwar ein Zertifikat für die korrekt angegebene Weite eines Schuhs, das WMS-Siegel, das in Deutschland von vielen Schuhläden unterstützt wird. Auch damit ist aber die richtige Länge noch nicht gefunden.
Deshalb hilft nur die altbewährte Zeichenmethode:
Zu dem gezeichneten Fußumriss müssen mindestens 12 und besser noch 17 mm hinzugerechnet werden. Nur wenn die ausgeschnittene Schablone problemlos in den Schuh passt, hat er für die nächsten Monate die richtige Größe. Und nicht vergessen: Kinderfüße wachsen etwa 1,5 mm pro Monat.

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