Qualitätsmerkmale bei hochwertigen Herrenschuhen

by Elke on 10. Juli 2011

in Schuhe Ratgeber

HerrenschuheHeute werden die meisten Schuhe industriell gefertigt und können auch in geklebter Machart oder mit Kunststoffsohle durchaus hohen Ansprüchen an Komfort und Langlebigkeit genügen. Trotzdem hat das traditionelle Schuhmacherhandwerk noch längst nicht ausgedient: Rahmengenähte Schuhe aus edelsten Materialien finden noch immer ihre Anhänger und sind für Kenner auf einen Blick als solche zu erkennen.

Rahmengenähte Herrenschuhe

Bei einer Maßanfertigung oder Maßkonfektion führen bis jetzt noch einige traditionelle Hersteller in Handarbeit über 300 Arbeitsschritte aus, um Rahmen, Brandsohle, Laufsohle und Obermaterial zu vernähen und den Schuh mit einem Innenfutter auszustatten. Das Nähen des Rahmens bietet gegenüber dem Verkleben nicht nur den Vorteil höherer Stabilität, sondern sorgt auch für eine flexiblere Passform, da sich der Schuh an die anatomische Form des Fußes anpasst. Eine Korkschicht zwischen den Sohlen bildet ein atmungsaktives Fußbett mit optimaler Federung.
Um Schuhe in rahmengenähter Machart zu erkennen, reicht allerdings kein oberflächlicher Blick, vielmehr gibt nur die unter der Sohle erkennbare Naht einem Laien Aufschluss über die Verarbeitungsart.

Qualitätsmerkmale an Obermaterial und Innenfutter

Auch beim als Obermaterial verwendeten Leder können enorme Qualitätsunterschiede bestehen. Hochwertiges, also besonders beständiges Leder lässt sich für Laien zum Beispiel mit dem Daumentest erkennen. Wenn das Leder auf leichten Druck viele kleine Fältchen bildet, handelt es sich zumeist um eher minderwertiges Material, das vielleicht mit zu viel Farbe überdeckt worden ist. Speziell am Schaft muss das verarbeitete Leder sich weich anfühlen, dafür sollten am hinteren Sohlenbereich mehrere Schichten für Stabilität sorgen.
Nicht weniger wesentlich für die Qualität und das Tragegefühl eines Schuhs wirkt sich das für das Innenfutter verwendete Material aus. Auch wenn inzwischen einige Textilien beinahe gleichwertige Eigenschaften erreichen wie Leder, hält das Naturmaterial noch immer einen Vorsprung, da es am längsten vor Schweißbildung mit dem damit verbundenen Geruchsproblem schützt. Wer hochwertige Schuhe begutachtet, sollte schließlich auch darauf achten, wie weit das Lederinnenfutter nach vorne unter die Zehen reicht, denn bei preiswerteren Modellen endet es zumeist schon unter dem Ballen.

Bildquelle: wrw / pixelio.de

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