Sneaker, die trendigen Nachfahren der Turnschuhe

by Elke on 30. Juni 2011

in Schuhe

Sneaker

Der Begriff Sneaker bedeutet übersetzt „Schleicher“, denn vor ihrer Erfindung gab es noch keine Schuhe mit lautlosen Gummisohlen, sodass alle gängigen Lederschuhe von weither an ihrem Geklapper zu erkennen waren. Etwa 1860 wurden in Amerika und England die ersten Sneaker zum Cricket-Spielen entwickelt, aber bis sich der Schuh in der Freizeitmode durchsetzte, vergingen noch über 100 Jahre. Ein wichtiger Vorreiter der heutigen Sneaker war der um 1919 von Converse entwickelte Basketballstiefel, nach wie vor gelten die Chucks als Sinnbild dieses Schuhtyps und haben sich als modischer Dauerbrenner in der Freizeitmode etabliert.

Sneaker in der Freizeitmode seit den 50er Jahren

Aber erst Leinwandrebell James Dean machte die Sneaker unter den Jugendlichen der 50er Jahre populär, denn damals konnte man mit den lässigen Sportschuhen das Establishment in poliertem Leder noch so richtig schockieren. Wer sich das heute nicht mehr vorstellen kann, denke noch einmal an Joschka Fischer zurück, der noch Mitte der 80er Jahre bei der Vereidigung als Minister in Turnschuhen einen mittleren Skandal auslöste. In Amerika fand die Sportschuhkultur aber nicht nur wegen seiner revolutionären Aussagekraft eine große Anhängerschar, sondern auch weil die Bequemlichkeit und Pflegeleichtigkeit der Schleicher überzeugte. Während die Elterngeneration putzte und polierte, schlurften die Jüngeren lieber stressfrei auf leisen Sohlen. Nebenbei sparten sie auch noch Geld, weil die damaligen Sportschuhe erheblich billiger waren als klassische Lederschuhe.

Sneaker versus Sportschuhe: der Unterschied

Hierzulande erlebte die Turnschuhgeneration in den 80er Jahren ihre Blütezeit, als Jugendliche und Junggebliebene begannen, ihre Sportschuhe auch auf der Straße zu tragen. Noch immer waren es aber spezielle Sportschuhe, und das unterschied die Turnschuhe von den Sneakern.
Der seit den 90ern in Deutschland gebräuchliche Begriff bezeichnet einen Schuh, der sich stilistisch zwar an einem sportlichen Modell orientiert, aber für die Freizeit gedacht ist. Mit ihren weißen Vorgängern mit drei blauen Streifen haben die aktuellen Sneaker optisch nicht mehr viel gemeinsam. Und seit namhafte Designer Edelmodelle in allen erdenklichen Looks kreieren, sind der Formenvielfalt ebenso wenig Grenzen gesetzt wie der Preisgestaltung. Entsprechend hat sich auch die Zielgruppe verschoben, heute werden ausgefallene Luxussneaker bevorzugt von Erwachsenen zwischen 30 und 40 gekauft, die sie längst überall gesellschaftsfähig gemacht haben.

Bildquelle: Karin Miersch / pixelio.de

Leave a Comment

Previous post:

Next post: