So wird ein Schuh gemacht – die Kunst der Schuhherstellung

by Elke on 22. September 2010

in Allgemein

SchuhmacherhandwerkBis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es noch keinerlei industrielle Herstellungsverfahren für Schuhe, so dass alle Teile immer in Handarbeit gefertigt wurden. Heute unterscheidet man weiterhin zwischen den handgefertigten Maßschuhen, Modellen aus Maßkonfektion und industrieller Produktion. Bei der heutigen Maßkonfektion werden die auf den speziellen Fuß zugeschnittenen Leisten meistens maschinell gefräst, daraus Böden erstellt und dann mit Schäften aus Massenproduktion zusammengesetzt.
Das traditionelle Schuhmacherhandwerk setzt an vielen Stellen höchste Präzisionsarbeit voraus, und trotz aller technischer Entwicklung sind die wesentlichen Herstellungsschritte bis heute die gleichen geblieben. Die klassischen Schuhmodelle bestehen aus dem Boden mit Brandsohle und Laufsohle und dem Schaft. Zunächst wird als dreidimensionale Schablone ein Leisten geformt, wofür traditionell Vollholz, zum Beispiel Buche, verwendet wird. Schuhmacher, die noch die hergebrachten Handwerkstechniken beherrschen, schnitzen den Leisten anhand von mehr als 35 Messpunkten des individuellen Fußes per Hand, während in modernen Verfahren zumeist Abgüsse aus Kunststoff nach Durchschnittswerten erstellt werden. Mit der Passform der Leisten steht und fällt die spätere Bequemlichkeit des Schuhs, denn die richtige Gewichtsverteilung hängt von seiner Ausformung vor allem an der Partie zwischen Absatz und Sohle ab. Eine besondere Herausforderung bei der Konstruktion stellen Modelle mit hohen Absätzen dar, denn für optimalen Tragekomfort muss der Ausschnitt in einem ganz bestimmten Verhältnis zum Absatz zugeschnitten sein. Außerdem muss die richtige Höhe für das Fersenteil gefunden werden, so dass der Fuß zwar genügend Halt findet, aber nicht zu hoch geratene Fersenstücke an den Sehnen unangenehm scheuern können.
Vom Leisten fertigt der Schuhmacher nicht nur den Boden, sondern auch ein Schnittmuster für die Einzelteile des Schafts an, schneidet sie aus und näht oder klebt sie anschließend zusammen. Qualitativ hochwertige Schäfte werden dreifach gearbeitet, aus Futter, Zwischenfutter und Obermaterial. Die eigentliche Arbeit besteht nun im so genannten Zwicken, bei dem der Schaft über die Leisten gezogen und an die Brandsohle „gezwickt“ wird, und dem komplizierten und anstrengenden Ausleisten. Denn den perfekt sitzenden Leisten aus dem Schuh wieder herauszubekommen, gestaltet sich anspruchsvoll. Ist das gute Stück unbeschadet befreit worden, kann es auf Hochglanz poliert seinen Dienst antreten.

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1 nina Mai 24, 2011 um 16:27

coooollllllllllllllll gut für mein refarat

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